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Liebe Leserinnen und Leser!
Vor einem halben Jahr schien der Zeitpunkt meines Weggangs aus Erfelden noch relativ weit weg. Also offensichtlich Zeit genug, um Gespräche zu führen, private und
dienstliche Angelegenheiten zu regeln, Umzug zu organisieren, mit dem Kirchenvorstand Weichen zu stellen für die Zeit danach…
Aber die Zeit ist unerbittlich schnell vorbei gegangen, wir haben Goldene Konfirmation, Ostern und Konfirmation gefeiert und es bleibt nicht mehr viel zu tun für
mich… Die Chronik vervollständigen, Büro aufräumen und dann heißt es Abschied nehmen – zumindest als Pfarrer!
Und natürlich zieht man nach zwölf Jahren Bilanz, beruflich wie privat, und natürlich erlebt man beim Zurückblicken noch einmal Begegnungen und Ereignisse,
beglückende wie auch enttäuschende, Gesichter und Situationen tauchen aus dem Unterbewussten, Vergessenen und Verdrängten auf…
Ich bin in den vergangenen zwölf Jahren über zweihundert Mal auf dem Friedhof gewesen, um Menschen zu ihrer letzten Ruhestätte zu begleiten, habe entsprechend viele
Gespräche mit Hinterbliebenen und Trauernden geführt, ich durfte dreihundert Kinder taufen, neunzig Ehen schließen und über dreihundert junge Menschen konfirmieren. Ich durfte unzählige Geburtstagsbesuche machen und
ebenso unzählige Tassen Kaffee und Gläser Wein trinken, Hausmacher Wurst und selbst gebackenen Kuchen essen…
In guten, wie auch schlechten Tagen habe ich mich mit Erfelden und den Erfeldern verbunden gefühlt und tue es noch! Im Großen und Ganzen war meine Zeit als Pfarrer
hier eine persönliche Erfolgsgeschichte, das Leben war wirklich gut zu mir!
Aber ich will weder verhehlen, noch verleugnen, dass ich in dieser Zeit sicher auch dem Einen oder Anderen etwas schuldig geblieben bin an Aufmerksamkeit, Nähe,
Freundlichkeit, Verständnis und Zuwendung. Das tut mir von Herzen Leid und ich hoffe, dass die, die es betrifft, mir verzeihen können und mir glauben, wenn ich sage, dass keine böse Absicht bestand!
Die Erfelder waren bereit, mir am Anfang meiner Dienstzeit einen großen Vertrauensvorschuss einzuräumen, von dem ich bis auf den heutigen Tag zehre!
Bitte räumt denen, die nach mir kommen, den gleichen Vertrauensvorschuss und die gleichen Chancen ein!
Am Samstag, dem 11. Juni, um 17.00 Uhr findet mein „Abschiedsgottesdienst statt, und es wäre schön, wenn Ihr mit mir in geschwisterlicher Verbundenheit diesen
Gottesdienst mitfeiern wolltet!
Ich wünsche Euch allen, der Evangelischen Kirchengemeinde Erfelden, dem Kirchenvorstand und meinem (r) potentiellen Nachfolger (in) von Herzen alles Gute und die
Erkenntnis des wahren Herrn jeder Gemeinde…!
Euer Uwe Ried, Pfarrer
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